Für uns als Institut für Translationswissenschaft ist das Stück besonders spannend: Deutsch und Ungarisch treffen neben Englisch, B/K/S, Italienisch, Slowenisch, Tschechisch aufeinander, Mehrsprachigkeit wird zum zentralen Bestandteil der Inszenierung, und Fragen von Migration, Zugehörigkeit, Minderheiten, Identität und einer multikulturellen Gesellschaft werden auf der Bühne verhandelt.
Und damit ist eigentlich schon ziemlich viel von dem versammelt, womit wir uns auch im Studium beschäftigen.
Das Stück bietet jede Menge Stoff für die Diskussion in unseren Lehrveranstaltungen:
- Wie wird Mehrsprachigkeit auf der Bühne eingesetzt?
- Welche Funktion hat es, wenn Passagen nicht übersetzt werden?
- Wie verändern Übertitel die Wahrnehmung und Rezeption eines mehrsprachigen Stücks?
- Was bedeutet es, wenn Übersetzung nicht nur sprachliche, sondern auch kulturelle Vermittlung leisten muss?
- Wie werden Migration, Zugehörigkeit und kulturelle Identität sprachlich inszeniert?
- Welche Rolle spielt Translation für den Zugang zu Theater und kultureller Teilhabe?
- Und ganz grundsätzlich: Was passiert mit einem Text, wenn er zwischen Sprachen, Kulturen und historischen Kontexten bewegt wird?
Kurz gesagt: Das Stück liefert reichlich Material für eine translationswissenschaftliche Diskussion.
Deshalb möchten wir euch ausdrücklich dazu ermuntern, die Vorstellung auch im Rahmen eurer Lehrveranstaltungen bzw. als Teil des Kursprogramms zu besuchen. Vielleicht nehmt ihr aus dem Theaterbesuch ja nicht nur einen spannenden Abend, sondern auch die eine oder andere Beobachtung für die nächste Diskussion im Seminar mit.
Und noch etwas Besonderes aus Sicht unseres Instituts
Die mehrsprachige Aufführung ist natürlich nur durch translatorische Arbeit möglich. Auch unsere Übertitelung war dabei keineswegs nur eine rein technische oder „begleitende“ Arbeit, sondern wurde als Teil der Dramaturgie verstanden und gemeinsam diskutiert: Es ging immer wieder um die Frage, wann welcher Textteil für das Publikum sichtbar werden soll, was übersetzt wird und wie die Übertitel mit dem Bühnengeschehen zusammenspielen. Damit wird Translation auf der Bühne nicht nur sichtbar, sondern selbst zu einem Teil der Inszenierung und des Theatererlebnisses – und genau das macht die Produktion auch aus translationswissenschaftlicher Perspektive besonders interessant.
Termine in Graz
Die nächsten Vorstellungen finden jeweils um 20:00 Uhr im Schauraum des Schauspielhauses Graz, Hofgasse 11, statt:
- 29. September 2026 Premiere
- 6. Oktober 2026
- 10. Oktober 2026
- 14. Oktober 2026
- 15. Oktober 2026
- 29. Oktober 2026
- 30. Oktober 2026
- 19. November 2026
- 20. November 2026
Die Produktion ist eine internationale Koproduktion des Schauspielhaus Graz mit dem Schauspielhaus Wien und dem Katona József Theater Budapest und wird im Rahmen des steirischen herbst ’26 gezeigt.
Also: Raus aus den Kursen und dem Seminar – rein ins Theater!
Mehrsprachigkeit, Übersetzen und kulturelle Vielfalt einmal nicht nur analysieren, sondern live erleben. Und danach gemeinsam darüber diskutieren.
Wir freuen uns, wenn ihr dabei seid!
Das ÜT-Team
Edina, Kata, Sabine