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Dissertationen in Arbeit

Derzeit sind folgende Dissertationsprojekte in Bearbeitung:

Apfelthaler, Matthias

Arbeit am Dissertationsprojekt seit: 2011

Arbeitstitel: Written translation as an interpersonal phenomenon: Perspective taking and target audience orientation in the translation process

Kurzbeschreibung: Ziel der Dissertation ist es, durch theoretische Reflexion sowie Erhebung und Interpretation empirischer Daten die kognitive Fähigkeit von ÜbersetzerInnen zu beschreiben, die es diesen ermöglicht, sich im Übersetzungsprozess an der Zielgruppe zu orientieren. Für den theoretischen und methodischen Rahmen wird auf Erkenntnisse aus der Translationswissenschaft, Psychologie, Philosophie, Kognitionswissenschaft und den Neurowissenschaften zurückgegriffen. Das Konzept der Perspektivenübernahme scheint besonders geeignet, die kognitiven Abläufe bei der Zielgruppenberücksichtigung zu erfassen. In einer quantitativ und qualitativ ausgerichteten Studie werden daher gezielt die Zusammenhänge zwischen Perspektivenübernahmefähigkeit, Produktdaten, Prozessdaten und der Selbstbeschreibung der VersuchsteilnehmerInnen empirisch erhoben und analysiert. Die eingesetzten Erhebungsmethoden sind Schreib-Logging/Screen-Logging, retrospektive Kommentierung (cued), Translatanalyse sowie psychologische Tests und Befragung mittels Fragebögen. Mit der Dissertation wird ein Beitrag zur kognitiven Modellierung des Verhaltens von ÜbersetzerInnen im Übersetzungsprozess, zur Kompetenz-/Expertise-Diskussion und zum in vielen übersetzungswissenschaftlichen Ansätzen präsenten Thema der Zielgruppenorientierung geliefert.

Keywords: Perspektivenübernahme, Zielgruppe, Übersetzungsprozess, kognitive Übersetzungswissenschaft

Betreuung: Univ.-Prof. Dr. Hanna Risku, Univ.-Prof. Dr. Ricardo Muñoz Martín (Las Palmas de Gran Canaria)

Zuordnung Forschungsbereiche: Translation: Kognition und Kooperation

Kurzlebenslauf: 2008 Abschluss des Übersetzerstudiums mit der Sprachkombination Deutsch-Englisch-Spanisch am Zentrum für Translationswissenschaft der Universität Wien, danach freiberufliche Übersetzungstätigkeit, von 2011 bis 2015 Universitätsassistent am Institut für theoretische und angewandte Translationswissenschaft der Karl-Franzens-Universität Graz und seit 2011 Doktoratsstudium der Philosophie/Translationswissenschaft. Forschungsschwerpunkte sind soziokognitive Aspekte des Übersetzungsprozesses und Direktionalität.

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Bourgadel, Carole

Arbeit am Dissertationsprojekt seit: Oktober 2021

Arbeitstitel: Silicon Valley versus öffentliche Universität: Einsatz von KI-Technologien in der Translationsausbildung in oligarchischen Verhältnissen

Kurzbeschreibung: In meiner Dissertation geht es um die Monopolstellung der GAFAM (Google, Apple, Facebook, Amazon und Microsoft) in der Translationsausbildung von KI-basierten Technologien. Mein Forschungsschwerpunkt behandelt folgende Hauptfragen: Ist es heutzutage überhaupt möglich, auf staatlich-institutioneller Ebene jenseits der GAFAM technologisch zu agieren? Wenn ja, wie kann man auf universitärer Ebene eine Translationsausbildung anbieten, ohne komplett unter der Kontrolle der GAFAM zu stehen? Welche Voraussetzungen wären notwendig, um dieses ‚utopische‘ Ziel in der Praxis zu erreichen? Welche Mittel und Akteure müssten mobilisiert werden, damit dieses Vorhaben erreichbar wird? Kann es einen demokratischen, humanistischen und transparenten Alternativlösungsweg für den Einsatz von KI-Technologien in der Translationsausbildung geben? Es wird zwar viel über die Monopolstellung der GAFAM und ihre digitale Souveränität und Bildungsangebote geforscht. Allerdings wird weder ihre zweifelhafte ideologische Rolle auf den internationalen Märkten und im politischen Geschehen kritisch untersucht, noch welche Rolle die Translationsinstitute in dieser Causa spielen können, bzw. wie letztere auf eine Digitalbranche hinarbeiten könnten, die mehr Fokus als die GAFAM auf die Bereiche Qualität, Ethik und Werte legt. Durch das innovative Projekt Multilingualer Campus – und in Kooperation mit anderen Akteur*innen wie UNI IT, TU Graz, steirische/österreichische Hi-Tech Firmen – könnte die Karl-Franzens-Universität einen anderen Weg einschlagen und von der GAFAM zum Teil unabhängig bleiben. Die drei Komponenten dieses Projekts – Humantranslation, Digitale Translation und Mehrsprachigkeit – ermöglichen es, Modernität und Tradition unter einem Dach zu vereinen. Sie geben uns Instrumente an die Hand, mit deren Hilfe berufliche Kompetenzen im Bereich innovativer Technologien für Studierende entwickelt werden können, mit denen aber auch allgemeines Wissen zur Verteidigung und Förderung einer nichtkommerziellen Wissensgesellschaft (Open Sources Lösungen) kultiviert werden kann. Meine Forschung kann damit zur Überwindung der schleichenden Privatisierung des Wissens und des ausschließlichen Einsatzes der maschinellen Übersetzung in der Translationsausbildung – und vielleicht darüber hinaus … ? – beitragen.

Keywords: Translation und künstliche Intelligenz, GAFAM, Oligarchie und Monopolstellung, Human- und maschinelle Translation, Translationsausbildung, Translation, Kapitalismus und Wissensökonomie, Translation und neoliberale Marktwirtschaft.

Betreuung: Univ.-Prof. Dr.phil. Stefan Baumgarten

Zuordnung Forschungsbereiche: Translation aus wirtschaftlicher und sozialwissenschaftlicher Sicht.

Kurzlebenslauf: 2000 Abschluss des Diplomstudiums „Maîtrise d’allemand“ an der Universität Paris III-Sorbonne Nouvelle; 2004 Abschluss des Diplomstudiums „Französisch in Verbindung mit einer Kombination von Wahlfächern am Institut für Romanistik der Karl-Franzens-Universität Graz; seit 2008 Lehrtätigkeit im Sprachfachbereich Französisch des ITAT. 2021-2025 Universitätsassistentin am ITAT. Derzeit inskribiert im Doktoratsstudium der Philosophie, Übersetzen und Dolmetschen.

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Fheodoroff, Marlene

Arbeit am Dissertationsprojekt seit: September 2019

Arbeitstitel: Dolmetschen für Kinder. Die vielsprachige Volksschule als Translation Zone

Kurzbeschreibung: Globalisierungstrends und Migrationsströme haben zu einem enormen Kommunikationsbedarf über sprachliche und kulturelle Grenzen hinweg geführt, von dem auch Kinder betroffen sind. Das Dolmetschen für Kinder sowie deren damit zusammenhängende Erwartungen und Ansprüche wurden in der Translationswissenschaft jedoch bisher nicht ausreichend erforscht. Das Dissertationsprojekt hat es sich daher zum Ziel gesetzt, die Perspektive von Kindern über das Dolmetschen sowie die ihnen durch erwachsene AkteurInnen zugeschriebene Perspektive zu untersuchen. Auf diese Weise möchte das Dissertationsprojekt einen Beitrag zum noch unzureichend untersuchten Bereich Dolmetschen für Kinder leisten und das Dolmetschkonzept um die eben angeführten Perspektiven erweitern. Darüber hinaus widmet sich das Dissertationsprojekt der Konzeptualisierung von Volksschulen als potentielle Translation Zones. Es soll erforscht werden, welche AkteurInnen in dieser Translation Zone für Kinder dolmetschen und welche Realisierungsformen des Dolmetschens sich beobachten lassen. Des Weiteren wird der Frage nachgegangen, was Dolmetschen für Kinder im Volksschulalter bedeutet bzw. was die erwachsenen AkteurInnen (LehrerInnen, LaiendolmetscherInnen) der Translation Zone Volksschule glauben, dass Dolmetschen für Kinder bedeutet. Die Datenerhebung erfolgt durch teilnehmende Beobachtung und leitfadengestützte Interviews in vielsprachigen Volksschulen im Raum Graz und stützt sich auf bisherige Ergebnisse der qualitativen Kindheitsforschung.

Keywords: Community Interpreting, Dolmetschen für Kinder, Translation Zone, Raum

Betreuung: Ao.Univ.-Prof. Mag. Dr. Nadja Grbić

Zuordnung Forschungsbereiche: Translation, Migration und Minderheiten

Kurzlebenslauf: 2013 Abschluss des BA-Studiums Transkulturelle Kommunikation (Deutsch, Englisch, Italienisch), 2013/14 Erasmusjahr an der Dublin City University in Irland, Masterstudien Konferenzdolmetschen (Deutsch, Englisch, Italienisch; Abschluss 2016) und Übersetzen (Deutsch, Englisch, Italienisch; Abschluss 2018) am ITAT; 2017 Praktikum an der österreichischen Botschaft in Ottawa, Kanada; seit März 2018 als freiberufliche Übersetzerin und Dolmetscherin tätig; seit Januar 2019 Universitätsassistentin am ITAT, Forschungsschwerpunkt: Translation, Migration und Minderheiten

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Hinterplattner, Barbara

Arbeit am Dissertationsprojekt seit: Wintersemester 2018/19

Arbeitstitel: Ethische Fragestellungen für das Konferenzdolmetschen angesichts der Normalisierung fremdenfeindlicher Diskurse – das Beispiel des Europäischen Parlaments

Kurzbeschreibung: Ziel meines Dissertationsprojekts ist es, den Umgang von Konferenzdolmetscher/innen im Europäischen Parlament mit fremdenfeindlichen Reden und ihre in diesem Zusammenhang konstruierte soziale Rolle zu untersuchen. Lange Zeit galt deren Rolle als neutral, hat aber mittlerweile – auch im Lichte des Erstarkens des Rechtspopulismus – ­ eine Relativierung erfahren. Die Dissertation schreibt sich in diese Neu-Konstituierung der Rolle von Dolmetscher/innen ein. Das Korpus besteht aus aktuellen, im Europäischen Parlament gehaltenen Reden zum Thema Migration und deren Verdolmetschungen, wobei die Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch und Ungarisch berücksichtigt werden. Zur Kontextualisierung dieser Reden dienen die online veröffentlichten Materialien zur EU-Gesetzgebung. Goffmans Participation Framework und dessen Nutzbarmachung für die Translationswissenschaft durch einige Wissenschaftler/innen sowie die wenigen existierenden Untersuchungen zur Rolle von Simultandolmetscher/innen dienen der Dissertation als konzeptueller Rahmen. In Verbindung damit sollen theoretische Überlegungen zur Translationsethik angestellt werden, wo aktuell insbesondere in Bezug auf die Agency von Translator/innen Forschungsbedarf besteht. Damit zusammenhängend soll das Normenkonzept nach Toury in die Analyse einbezogen und der Frage nachgegangen werden, ob travelling concepts aus anderen Disziplinen wie etwa den Rechtswissenschaften für die Translationswissenschaft hier möglicherweise von Nutzen sein könnten. Bei dieser Dissertation wird einerseits empirisch gearbeitet, indem u. a. Vergleiche von Translaten und Diskursanalyse zum Einsatz kommen, und andererseits theoretisch, indem bestehende Modelle hinterfragt, so weit wie möglich verbunden und gegebenenfalls ergänzt werden. Die Dissertation stellt einen ersten Versuch dar, Erkenntnisse zum Umgang mit fremdenfeindlichen Inhalten in diesem speziellen Setting zu gewinnen.

Keywords: Dolmetschen und Ideologie, Dolmetschen im Europäischen Parlament, soziale Rolle, Translationsethik, travelling concepts

Betreuung: Univ.-Prof. Dr. Stefan Baumgarten, Ao.Univ.-Prof. Mag. Dr. Nadja Grbić

Zuordnung Forschungsbereiche: Translation aus kulturwissenschaftlicher und soziologischer Perspektive; Translation, Migration und Minderheiten

Kurzlebenslauf: 2018 Abschluss des Masterstudiums Dolmetschen mit dem Schwerpunkt Konferenzdolmetschen Französisch und Englisch sowie Absolvierung der Fachprüfung Konferenzdolmetschen Ungarisch am Institut für Theoretische und Angewandte Translationswissenschaft der Karl-Franzens-Universität Graz (ITAT); von 2015 bis 2018 immer wieder studentische Mitarbeiterin in der Lehre am ITAT; seit 2011 Diplomstudium Rechtswissenschaften an der Karl-Franzens-Universität Graz; seit 2017 freiberufliche Dolmetscherin und Übersetzerin; seit dem Wintersemester 2018/19 Doktoratsstudium der Philosophie im Fach Übersetzen und Dolmetschen am ITAT.

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Jerkovic, Tiana

Arbeit am Dissertationsprojekt seit: Sommer 2020

Arbeitstitel: Dolmetschen in virtuellen Räumen. Körper, Raum und Präsenz beim Gebärdensprachdolmetschen über Video

Kurzbeschreibung:

In einer Zeit des Posthumanismus und der zunehmenden Digitalisierung bleiben auch GebärdensprachdolmetscherInnen von neuen Technologien nicht unberührt. Praktiken wie Videodolmetschen erleben gerade in Ausnahmesituationen wie während des Corona-Lockdowns einen Aufschwung und erweisen sich als unumgänglich für die gesundheitliche Sicherheit. Während des Videodolmetschens agieren DolmetscherInnen jedoch nicht mehr im gewohnten physischen, sondern im virtuellen Raum, wodurch Gefühle der Entfremdung und des Verlusts der Kontrolle und des Präsenzgefühls ausgelöst werden können. Der Körper und seine nonverbalen Signale spielen, wie Studien zeigen, eine zentrale Rolle für das Verständnis des Gegenübers, seiner Intentionen und Emotionen und sind damit ausschlaggebend für eine gelungene gedolmetschte Interaktion. Die Bedeutung des Körpers, des Raums und der Präsenz beim Videodolmetschen mit Gebärdensprache wurde bislang in der Translationswissenschaft jedoch kaum behandelt. Beim Gebärdensprachdolmetschen scheinen diese Konzepte besonders relevant, denn zum einen ist der Körper das Werkzeug, mit dem Sprache im Raum ausgeführt wird, und zum anderen hat dieser für die Gehörlosengemeinschaft auch eine soziale, kulturelle und symbolische Funktion. Im Zentrum dieses Dissertationsprojekts steht daher die Frage, wie soziale Präsenz beim Gebärdensprachdolmetschen im virtuellen Raum erlebt wird. Zum einen wird der Frage nachgegangen, wie DolmetscherInnen ihre Präsenz und ihren Handlungsspielraum empfinden, und zum anderen, wie die Präsenz der DolmetscherInnen von gehörlosen Gesprächsteilnehmenden wahrgenommen wird. Zur Beantwortung dieser Fragen ist ein Experiment mit unterschiedlichen Videokonferenzsystemen und retrospektiven Interviews geplant. Es soll dazu beitragen, der Relevanz menschlicher Aspekte beim Gebärdensprachdolmetschen nachzugehen. Denn während sich die moderne Technologie mit der Frage beschäftigt, wie man Roboter, inklusive animierter Gebärdensprachavatare, „menschlicher“ gestalten kann, bewegen sich VideodolmetscherInnen in die entgegengesetzte Richtung und riskieren, wieder in die überkommene Rolle des Sprachrohrs zurückgedrängt zu werden, das auf Knopfdruck schnell und unkompliziert – beinahe maschinengleich – Wörter in die jeweils andere Sprache transferiert.

Keywords: Videodolmetschen, Gebärdensprache, Körper, virtuelle Räume, soziale Präsenz

Betreuung: Ao.Univ.-Prof. Mag. Dr. Nadja Grbić

Zuordnung Forschungsbereiche: Translation, Migration und Minderheiten

Kurzlebenslauf: 2015 Abschluss des Bachelorstudiums Transkulturelle Kommunikation (Englisch, Österreichische Gebärdensprache) an der KFU Graz; 2015-2017 Tutorin für den Gebärdensprachgrundkurs am ITAT Graz; 2017-2018 Studentische Mitarbeiterin für Mag. Dr.phil. Prof. Ursula Stachl-Peier (Masterkoordination am ITAT Graz); 2013-2018 Mitglied der Studienvertretung Übersetzen und Dolmetschen (2016-2018 Vorsitzende der Studienvertretung); 2016-2019 UNIVERSITAS-Jungmitgliedervertreterin in Graz; 2019 Abschluss des Masterstudiums Dolmetschen (Englisch, Österreichische Gebärdensprache) an der KFU Graz; 2018-2020 Gebärdensprachdolmetscherin beim Gehörlosenverband Salzburg; seit 2020 freiberufliche Dolmetscherin und Übersetzerin; seit September 2020 Doktoratsstudium und Projektassistentin am ITAT Graz;

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Klimant, Petra

Arbeit am Dissertationsprojekt seit: 2010 (Hildesheim)/2015 (Graz)

Arbeitstitel: Mentale Erschöpfung und Übersetzungsqualität

Kurzbeschreibung: In dem Dissertationsvorhaben werden die Auswirkungen einer mehrstündigen Übersetzungsaktivität auf kognitive und sprachliche Aspekte im Übersetzungsprozess und -produkt untersucht. Dabei bietet das arbeitspsychologische Belastungs-Beanspruchungs-Konzept von Rohmert und Rutenfranz (1975) die theoretische Grundlage. In einer empirischen Studie mit ÜbersetzungsstudentInnen und BerufsübersetzerInnen kommen dabei Methoden wie keystroke logging, die Begutachtung der Übersetzungen und Befragungen zum Einsatz. Das Forschungsprojekt leistet vor allem im Rahmen der Translationsprozessforschung einen wertvollen Beitrag zu möglichen Korrelationen zwischen psychischer Belastung bzw. Beanspruchung und deren Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit der ÜbersetzerInnen. Dabei steht die Expertise der ÜbersetzerInnen als ein die psychische Beanspruchung beeinflussender Faktor im Fokus der Untersuchung.

Keywords: Übersetzungsdauer, empirische Untersuchung, Übersetzungsprozess, kognitive Übersetzungswissenschaft, Arbeitspsychologie

Betreuung: Univ.-Prof. Dr. Hanna Risku (Universität Wien); Univ.-Prof. Dr. Ricardo Muñoz Martín (Universität Bologna)

Zuordnung Forschungsbereiche: Translation: Kognition und Kooperation

Kurzlebenslauf: akademisch-2003 Abschluss des Übersetzerstudiums mit den Sprachen Deutsch, Spanisch, Englisch, Fachgebiet Medizin am Fachbereich Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaft (FTSK Germersheim) der Universität Mainz; 2003 Abschluss des Aufbaustudiums "Deutsch als Fremdsprache" (DaF) am Sprachlernzentrum (SLZ) der Universität Bonn; 2010 Beginn Promotionsstudium an der Universität Hildesheim, seit 2015 Weiterführung des Promotionsprojekts an der Universität Graz; seit 2011 Mitglied der Forschungsgruppe PETRA zur kognitiven Translatologie; beruflich-2007 bis 2015 Dozentin für Spanisch (Übersetzen) an der Universität Köln; parallel dazu mehrjährige Tätigkeiten als Freelance-Übersetzerin (Spanisch-, Katalanisch-Deutsch), Korrekturleserin (Spanisch-Deutsch), Lehrende für Übersetzen, Spanisch als Fremdsprache und DaF im In- und Ausland; 2015-2019 als Universitätsassistentin ohne Doktorat am Institut für Theoretische und Angewandte Translationswissenschaft der Karl-Franzens-Universität Graz; seit 2019 Tätigkeiten als Übersetzerin, Korrekturleserin, Sprachenlehrende

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Kölbl, Julia

Arbeit am Dissertationsprojekt seit: 2021

Arbeitstitel: „Wer sich nicht bewegt, spürt ihre Fesseln nicht.“ Übersetzerinnen als Aktivistinnen in Deutschland und Österreich (1848–1918).

Kurzbeschreibung: Das Dissertationsprojekt nimmt (derzeit 48) Frauen in den Blick, die zwischen 1848 und 1918 im deutschsprachigen Raum einschlägig als Übersetzerinnen tätig und in diesem Zusammenhang auch aktivistisch engagiert waren. Auf der Grundlage von (auto‑)biografischem Datenmaterial, Egodokumenten und eines Textkorpus, das aktuell 79 deutschsprachige Übersetzungen von u.a. politischen Schriften sowie sozialkritischen Romanen und Gedichten aus neun Ausgangssprachen (Dänisch, Englisch, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Norwegisch, Polnisch, Russisch und Schwedisch) umfasst, wird dabei der zentralen Frage nachgegangen, inwiefern die Frauen Übersetzungstätigkeiten in ihr aktivistisches Engagement integrierten und damit ihre politischen Handlungsspielräume zu erweitern bzw. zu verdichten vermochten.

Theoretischen Bezugsrahmen zur Bearbeitung dieser Fragestellung bilden feministische Konzeptionen von Öffentlichkeit (Wischermann 2003; Opitz-Belakhal 2018) und Politik (Kreisky 1995; Sauer 2001), die erlauben, vielfältige Aktions- und Partizipationsformen als „politisch“ zu verstehen und damit auch jene Personen als politisch handelnde Akteur*innen identifizierbar zu machen, die im gewählten Untersuchungszeitraum nicht Teil des politischen Systems und seiner Institutionen sein konnten. Vor diesem Hintergrund werden unter Bezugnahme auf die Theorie der kulturellen Reproduktion von Pierre Bourdieu (1997, 2001) die Voraussetzungen, Formen und Konsequenzen der Mitwirkung von übersetzenden Frauen an den politischen Bewegungen und Debatten ihrer Zeit analysiert. Über die Rekonstruktion eines Übersetzungsfeldes sowie durch Erarbeitung der das Feld strukturierenden und konditionierenden Prinzipien werden die Kapitalarten entschlüsselt, mit denen die Übersetzerinnen im Feld operierten und ihre Positionen erarbeiteten, und es werden Schlüsse auf die Habitusformen gezogen, die für den Einsatz dieser Kapitalien erforderlich waren und damit potenziell auch das Profil „aktivistischer“ Übersetzerinnen charakterisierten. Daran anschließend werden auf einer textuellen Ebene unter Rückgriff auf diskuranalytische Zugänge einerseits Epi- und Peritexte (z.B. berufliche und private Korrespondenzen, Übersetzungsrezensionen sowie etwaige textuelle Interventionen in den Übersetzungen) nach Gérard Genette (1997) durchleuchtet und andererseits die Beziehungen zwischen Ausgangstexten und Übersetzungen in den Blick genommen.

Durch die Korrelierung der verschiedenen Analyseebenen wird schließlich nicht nur die politische und ideologische Dimension des Übersetzens in vielschichtiger Weise beleuchtet, sondern es wird auch ein neuer Schwerpunkt in der translationshistorischen Aufarbeitung von Übersetzerinnen gesetzt, der vorrangig auf den Chancen und Handlungsmöglichkeiten liegt, die Frauen sich selbst und anderen bewusst durch ihre translatorische Tätigkeit schaffen konnten.

Keywords: Frauen als Übersetzerinnen, Translation und Aktivismus, Translationsgeschichte, Übersetzungssoziologie

Betreuung: Ao.Univ.-Prof.i.R. Mag. Dr.phil. Michaela Wolf

Zweitbetreuung: Ao.Univ.-Prof. Mag. Dr.phil. Nadja Grbić

Zuordnung Forschungsbereiche: Translation aus kulturwissenschaftlicher und soziologischer Perspektive

Kurzlebenslauf: 2019 Abschluss des Masterstudiums Übersetzen (Englisch, Italienisch) am Institut für Translationswissenschaft der Universität Graz; Studien- und Arbeitsaufenthalte in Mailand, Triest, Atlanta, London, Rom, Brüssel; seit 2017 freiberufliche Übersetzerin und Dolmetscherin; 2018–2019 Studentische Mitarbeiterin im Forschungsprojekt „Dolmetschen und Übersetzen im Spanischen Bürgerkrieg, 1936–1939“; Juni–Dezember 2020 Übersetzerin beim Rat der Europäischen Union; seit 2020/2021 Lehrtätigkeit und Doktoratsstudium am Institut für Translationswissenschaft, Graz.

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Lardelli, Manuel

Arbeit am Dissertationsprojekt seit: März 2021

Arbeitstitel: Gender-Fair Language in Translation and Post-Editing: Insights and Best Practices

Kurzbeschreibung: Steigernde Wahrnehmung nicht-binärer Personen fördert Diskussionen zur sprachlichen Inklusivität. In den letzten Jahren wurden viele Strategien zur Miteinbeziehung von Personen, die sich weder als Männer noch als Frauen identifizieren, vorgeschlagen. Dies stellt eine Herausforderung nicht nur für die allgemeine Sprachgemeinschaft dar, sondern auch für Übersetzer*innen. Es sollen unter anderem den Fragen nachgegangen werden, welche Strategien zur genderfairen Sprache in der Übersetzung und Postedition von maschinell übersetzten Texten eingesetzt werden, welchen Aufwand der Einsatz dieser bedeutet, was der Unterschied zwischen genderfairer Übersetzung und Postedition ist und welche Strategien größere Akzeptanz innerhalb der nicht-binären und queeren Community finden. Zu diesem Zweck sind eine Übersetzungsstudie in dem Sprachpaar EN-DE geplant und eine Umfrage zu Akzeptabilität und Lesbarkeit der angefertigten Übersetzungen und Posteditionen. Die Datenerhebung erfolgt somit in zwei Phasen. Zuerst werden Daten über den Übersetzungs- und Posteditionsprozess durch nicht-teilnehmende Beobachtung, Bildschirmaufnahmen und retrospektive Interviews mit Ubersetzer*innen erhoben. Endlich werden die Ergebnisse durch Umfragen mit Leser*innen zu Akzeptabilität und Lesbarkeit der Zieltexte finalisiert. Ziel des Dissertationsvorhaben ist, Einblicke in das Übersetzen  und Posteditieren von genderfairer Sprache zu gewinnen und Richtlinien zum Thema vorzulegen.

Keywords: genderfaire Sprache, nicht-binär, Inklusivität, queere Übersetzung, gender bias

Betreuung: Univ.-Prof. Dr. Stefan Baumgarten, Ass.-Prof. Mag. Dr. Dagmar Gromann, BSc

Zuordnung Forschungsbereiche: Translation und digitaler Wandel

Kurzlebenslauf:

2016/2017: Erasmussemester an der Alpen-Adria Universität Klagenfurt; 2018: Praktikum an der Società Dante Alighieri Vienna (Wien) als Sprachtrainer für Italienisch; 2018: Abschluss des BA-Studiums Angewandte Fremdsprachen (English, Deutsch) an der Università Cattolica del Sacro Cuore in Brescia; Okt 2020: Abschluss des MA-Studiums Fachübersetzen und Sprachindustrie (Italienisch, Deutsch) am Zentrum für Translationswissenschaft der Universität Wien; Okt. 2018 – März 2021:  Sprachtrainer für Italienisch an der Società Dante Alighieri Vienna (Wien); Seit März 2021: Universitätsassistent am Institut für Theoretische und Angewandte Translationswissenschaft der Universität Graz; Jun. 2021 – Dez. 2021: Projektmitarbeiter am Zentrum für Translationswissenschaft der Universität Wien für „GenderFairMT“

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Primorac Aberer, Zrinka

Arbeit am Dissertationsprojekt seit: 2012-2014; Wiederaufnahme der Arbeit am Dissertationsprojekt ab 2020

Arbeitstitel: Wie gut kennen wir unsere Studierenden? Selbstkonzepte von Studierenden der Translationswissenschaft und der Blick auf soziale Lernprozesse im translatorischen Unterricht

Kurzbeschreibung: Das Disserationsprojekt knüpft an das vermehrte Interesse in der translationsdidaktischen Forschung an der Motivation und den Erwartungen von Studierenden der Translationswissenschaft an und betrachtet den sozialen Lernprozess von Studierenden im translatorischen Unterricht anhand des Selbstkonzepts (self-concept) von Studierenden. Selbstkonzepte sind Bilder, die Studierende von sich als Lernende machen und die in Beziehung stehen mit weiteren psychologischen Konzepten, wie etwa der Motivation von Studierenden oder dem Selbstvertrauen, den Lernprozess bewältigen zu können.

Eine Rekonstruktion von Selbstkonzepten von Studierenden der Translationswissenschaft trägt dazu bei, die Komplexität sozialer und für den translatorischen Unterricht relevanter Interaktionen, die sowohl innerhalb als auch außerhalb des translatorischen Unterrichts passieren, zu beleuchten (z.  B. Vergleiche mit anderen Lernenden, berufsspezifische Erfahrungen, Rückmeldung aus dem familiären Umfeld etc.). Das Ziel des Dissertationsprojekts ist es, soziale Lernprozesse im translatorischen Unterricht in differenzierterer Weise als bisher zu betrachten und dabei besonders die Selbstkonzepte der Studierenden und ihre dynamische Struktur in den Blick zu nehmen, wobei Faktoren identifiziert und freigelegt werden können, die auf die Selbstkonzeptbildung der Studierenden Einfluss haben.

Geplant ist eine Querschnitterhebung im Mixed-Methods-Design. Begonnen wird mit einer quantitativen Studie, der eine qualitative Studie angeschlossen wird, die dazu beitragen soll, die sozialen Einflussquellen differenzierter herauszuarbeiten.

Keywords: Translationsdidaktik, soziale Lernprozesse, Selbstkonzepte

Betreuung: Ao.Univ.-Prof.Mag.Dr. Michaela Wolf; Ao.Univ.-Prof. Mag. Dr. Nadja Grbić

Zuordnung Forschungsbereiche: Translation aus kulturwissenschaftlicher und soziologischer Sicht, Translation und Minderheiten

Kurzlebenslauf: 2009 Abschluss des Diplomstudiums Übersetzen (Deutsch, Bosnisch/Kroatisch/Serbisch, Französisch, Englisch) am Institut für theoretische und angewandte Translationswissenschaft (ITAT) der Karl-Franzens-Universität Graz. Danach freiberufliche Übersetzungs- und Revisionstätigkeit und seit 2009 Lehrtätigkeit im Sprachfachbereich Bosnisch/Kroatisch/Serbisch des ITAT (seit 2010 als Lecturer und seit 2017 als Senior Lecturer). 2012-2014 Universitätsassistentin am ITAT. Derzeit inskribiert im Doktoratsstudium der Philosophie, Übersetzen und Dolmetschen.

Forschungsschwerpunkt: Translationsdidaktik und -pädagogik

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Ines Sauer

Arbeit am Dissertationsprojekt seit: Oktober 2021

Arbeitstitel: Maschinelle Übersetzung: Bedarf und Nutzungsverhalten von Migrantinnen. Räume – Zeiten – Materialität

Kurzbeschreibung: Das Ziel des Forschungsprojekts ist es, in einer partizipativen Studie den Bedarf, die Verfügbarkeit sowie die Nutzung der Maschinellen Übersetzung (MÜ) entlang des Migrationsprozesses aus der Perspektive von Migrantinnen zu beleuchten. Den Ausgangspunkt bildet die Frage danach, wo und wann entlang des Migrationsprozesses und zu welchem Zweck MÜ von Migrantinnen verwendet wird. Dabei wird beachtet, dass in digitalen Diensten und Produkten explizite und implizite bias eingebettet sind, von denen drei in diesem Kontext hervorzuheben sind. Erstens bias, die aufgrund falscher Annahmen der Entwickler:innen über den Bedarf und das Nutzungsverhalten der Zielgruppen entstehen, zweitens bias aufgrund der Daten, mit denen digitale Dienste und Produkte trainiert werden, sodass infolgedessen falsche oder voreingenommene Lösungsvorschläge für Zielgruppen gemacht werden und drittens bias im Design des Produkts, welches dadurch für bestimmte Zielgruppen unattraktiv oder unpraktisch wird.  Um dieser Problematik zu begegnen, wird das Dissertationsprojekt als anwenderinnenorientierte Studie realisiert. Ausgehend davon, dass Forschung nicht in einem Vakuum entsteht, Wissen mit Macht verbunden ist und darüber hinaus nicht absolut ist (Napier/Wurm 2017), werden die Daten in einem kollaborativen Prozess mit den teilnehmenden Migrantinnen (Ko-Forscherinnen) generiert und ausgewertet.

Zur Beantwortung der Initialfragen wird auf die Methode des Community-Mapping (Gangarova/von Unger 2020)  sowie die Photovoice-Methode (Hartung et al. 2020) zurückgegriffen. Des Weiteren werden in einem demokratischen Prozess mit Ko- Forscherinnen gemeinsame Entscheidungen getroffen, die weitere Forschungsschritte sowie die Dissemination der Ergebnisse betreffen. Die Einbettung der Forschungsergebnisse in einen akademischen Rahmen erfolgt im Anschluss in Form der geplanten Dissertation.

Keywords: Maschinelle Übersetzung, Migration, KI, bias, partizipative Forschung

Betreuung: Univ.-Prof. Dr.phil. Şebnem Bahadır-Berzig

Zweitbetreuung: Univ.-Prof. Dr.phil. Stefan Baumgarten

Zuordnung Forschungsbereich: Translation, Migration und Minderheiten

Kurzlebenslauf: Seit September 2021 als Universitätsassistentin mit Lehrauftrag am Institut für Translationswissenschaft (ITAT) der Universität Graz angestellt. Im selben Jahr Abschluss des Masterstudiums Übersetzen und Dialogdolmetschen (B/K/S) am ITAT. Von 2018 bis 2021 Selbstständigkeit im Online-Marketing, davor diverse Zwischenstationen in der Privatwirtschaft und als freiberufliche Journalistin. Zusatzqualifikationen: European Project Management (2019, FH Joanneum), Online Marketing, PR & Management (2018, Universität Graz), Projektmanagement (2016, Uni4Life, Graz).

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Steinkogler, Vanessa

Arbeit am Dissertationsprojekt seit: Sommer 2019

Arbeitstitel: Kritische Beleuchtung translatorischer Professionalität. Die Caritas Graz-Seckau im Spannungsfeld translatorischer Professionalisierungsdiskurse

Kurzbeschreibung: Da NGOs häufig über nationale, kulturelle und sprachliche Grenzen hinweg tätig sind sowie Hilfe für Flüchtlinge und MigrantInnen leisten, treffen in diesem Feld Personengruppen einer Vielzahl von Sprachen und Kulturen aufeinander. Auch wenn Übersetzen und Dolmetschen eine unabdingbare Voraussetzung für das Funktionieren solcher Organisationen darstellt, wird die Rolle von Sprache, Translation und kulturellem Wissen innerhalb humanitärer Hilfsorganisationen in der Forschung bislang wenig diskutiert. Dem Dissertationsvorhaben kommt daher die Aufgabe zu, der Bedeutung von Translation in einem mehrsprachigen Arbeitsumfeld einer NGO, in diesem Fall der Caritas Graz-Seckau, nachzugehen und die diversen translatorischen Praktiken sowie Wahrnehmungs- und Handlungsmuster zu ergründen. Da es sich um Organisationen handelt, die begrenzte finanzielle Mittel zur Verfügung haben und bei denen der Großteil der MitarbeiterInnen auf freiwilliger Basis tätig ist, lohnt sich insbesondere ein genauerer Blick auf die Frage der Rolle s.g. professioneller und s.g. nicht-professioneller Translation in NGOs aus konzeptueller ebenso wie aus praktischer Sicht. In diesem Dissertationsprojekt wird die Caritas Graz-Seckau als soziale Welt nach Anselm Strauss verstanden. Die Theorie der sozialen Welten bietet insofern einen geeigneten Erklärungsahmen für das Forschungsvorhaben, als die Beziehungen und Interaktionen sowie die daraus resultierenden Konflikte und Handlungen der innerhalb der sozialen Welt agierenden AkteurInnen im Zentrum stehen. Das Ziehen, Beibehalten, Überbrücken, Verschwimmen usw. von Grenzen in Zusammenhang mit Translation soll mithilfe des Konzeptes Boundary Work von Thomas Gieryn nachverfolgt werden. Besonderes Augenmerk wird u.a. darauf gelegt, welche Attribute und Qualifikationen sich eine Gruppe zuschreibt, um sich als „professionell“ zu bezeichnen und sich von anderen sozialen Gruppen abzugrenzen und in einem bestimmten Fachbereich Expertise zu beanspruchen. Die im Zuge des Dissertationsprojektes geplanten Untersuchungen mittels Leitfadeninterviews und teilnehmenden Beobachtungen sollen die Komplexität und den Facettenreichtum der translatorischen Aktivitäten und Vorstellungen innerhalb von NGOs sichtbar machen.

Keywords: translatorische Professionalität, Translationskonzepte, soziale Welten, boundary work

Betreuung: Ao.Univ.-Prof. Mag. Dr. Nadja Grbić

Zuordnung Forschungsbereiche: Translation, Migration und Minderheiten, Translation aus kulturwissenschaftlicher und soziologischer Perspektive

Kurzlebenslauf: 2014 Erasmussemester am Istituto Superiore per Interpreti e Traduttori in Mailand (Italien), 2015 Abschluss des Bachelorstudiums Transkulturelle Kommunikation an der KFU Graz (Englisch, Italienisch), 2015–2017 als Studienassistentin für Univ.-Prof. Dr. Pekka Kujamäki zuständig, 2016 Praktikum am Istituto Tedesco in Perugia (Italien), 2018 Abschluss des Masterstudiums Übersetzen an der KFU Graz (Englisch, Italienisch), seit 2019 als Übersetzerin in der Wirtschaft tätig

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Weiss, David

Arbeit am Dissertationsprojekt seit: Oktober 2019

Arbeitstitel: Translationspolitik als Menschenrechtspolitik. Möglichkeiten und Grenzen der Förderung einer menschenrechtszentrierten Translationskultur am Beispiel des Strafverfahrens.

Kurzbeschreibung:

Globale Phänomene wie Flucht- und Migrationsbewegungen, Personenfreizügigkeit bzw. private oder berufliche Mobilität führen dazu, dass sich heute vermehrt Personen in Staaten aufhalten, deren Amtssprache(n) sie nicht oder nur eingeschränkt sprechen. Für die erfolgreiche Kommunikation mit staatlichen Behörden ist in diesen Fällen häufig der Einsatz von Translator:innen nötig. Dies ist u.a. im Rahmen eines Strafverfahrens von höchster Relevanz, wenn Polizei, Staatsanwaltschaft oder Gerichte zur Kommunikation mit Beschuldigten, Zeug:innen, Opfern etc. auf Dolmetscher:innen angewiesen sind, die maßgeblich dazu beitragen, ein faires Verfahren (Art. 6 EMRK) zu garantieren. Das Dissertationsprojekt befasst sich mit der Verwirklichung der sprachlichen bzw. translatorischen Aspekte des Rechts auf ein faires Verfahren und dem Einsatz von Dolmetscher:innen im Rahmen des Strafverfahrens (Ermittlungsverfahren und Hauptverfahren) in Österreich. Auf Basis des prototypischen Idealmodells der demokratischen Translationskultur nach Prunč (2008:30ff.) mit ihren Prinzipien Kooperativität, Loyalität, Transparenz und Ökologizität werden zunächst auf theoretischer Ebene die nötigen Prinzipien definiert, um von einer menschenrechtszentrierten Translationskultur sprechen zu können. Dabei können die Prinzipien der demokratischen Translationskultur ergänzt oder erweitert werden. Als Untersuchungsgegenstand der Dissertation fungieren die Translationspolitiken (translation policies) der am Strafverfahren beteiligten Institutionen.

Übergeordnetes Ziel ist es, die Translationspolitiken in den staatlichen Institutionen zu identifizieren und durch die Analysefolie der zu entwickelnden menschenrechtszentrierten Translationskultur, deren Prinzipien als Referenzmodell zum Einsatz kommen, zu analysieren. Zu diesem Zweck wird eine qualitative empirische Erhebung durchgeführt, in deren Rahmen Expert:inneninterviews mit Personen geführt werden, die als Handlungspartner:innen am Translationsprozess und am Interessensausgleich im Rahmen der Translationskultur in Strafverfahren beteiligt sind. Zusätzlich wird ein Korpus relevanter parlamentarischer Dokumente zum Thema Translation in Strafverfahren erstellt. Dieses Korpus wird anschließend gemeinsam mit den Interviews einer qualitativen Analyse unterzogen, in der die entwickelten Leitprinzipien einer menschenrechtszentrierten Translationskultur als Referenzmodell zum Einsatz kommen.

 

Keywords: Translationskultur, Translationspolitik, Faires Verfahren, Gerichts- und Polizeidolmetschen, Menschenrechte

Betreuung: Univ.-Prof. Dr. Pekka Kujamäki, Ao. Univ.-Prof. Dr. Gerd Oberleitner

Zuordnung Forschungsbereiche: Translation, Migration und Minderheiten

Kurzlebenslauf:

2015: Abschluss des Bachelorstudiums Transkulturelle Kommunikation (Französisch, Englisch) an der Karl-Franzens-Universität Graz

2017: Erasmus+ Auslandssemester an der Heriot-Watt University in Edinburgh (Schottland)

2015 – 2018: Studentischer Mitarbeiter bei Univ.-Prof. Dr. Pekka Kujamäki

2014 – 2019: Projektmitarbeiter und Language Editor am Europäischen Trainings- und Forschungszentrum für Menschenrechte und Demokratie (ETC Graz)

2019: Bruno-Kreisky-Preis für Verdienste um die Menschenrechte mit dem Projekt „Kenne deine Rechte“, verliehen von der Bruno Kreisky Stiftung

2019: Abschluss des Masterstudiums Dolmetschen (Französisch, Englisch) mit dem Schwerpunkt Konferenzdolmetschen an der Karl-Franzens-Universität Graz

2020: 2. Preis bei den GEWI-Preisen für Master- und Diplomarbeiten für die MA-Arbeit „Dolmetschen als Menschenrecht? Eine Erhebung zur Translationskultur im Justizbereich auf lokaler Ebene“, verliehen von der Geisteswissenschaftlichen Fakultät an der Universität Graz

seit 2019: freiberuflicher Dolmetscher und Übersetzer

seit Oktober 2019: Doktoratsstudium und Projektassistent am Institut für Theoretische und Angewandte Translationswissenschaft der Karl-Franzens-Universität Graz

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