Eine Kooperation mit InterACT und dem Institut für Erziehungs- und Bildungswissenschaft
Die gute Dolmetscherin von Graz
Kommunaldolmetscher*innen leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur Verständigung und Teilhabe in unserer Gesellschaft. Ihre Arbeit ist geprägt von Verantwortungsbewusstsein und dem Wunsch zu helfen. Gerade dieses ,Helfenwollen‘ und die hohe Motivation bestimmen auch das öffentliche Bild von Kommunaldolmetscher*innen, von denen häufig erwartet wird, flexibel, verfügbar und über das rein Sprachliche hinaus engagiert zu sein, nicht selten auch ehrenamtlich.
Dieses Commitment steht im Widerspruch zu den strukturellen Rahmenbedingungen, in die Vulnerabilität und prekäre Arbeitsverhältnisse eingeschrieben sind. Zwischen ,Ehrenamtlogik‘ und professionellen Anforderungen entsteht so ein Spannungsfeld, in dem Engagement selbstverständlich erwartet wird, während faire Arbeitsbedingungen nicht gesichert sind. Kommunaldolmetscher*innen werden in vielen Fällen schlecht oder gar nicht bezahlt, die Auftragslage ist unsicher, die Tätigkeit ist oft psychosozial herausfordernd und erfährt nur geringe gesellschaftliche Anerkennung.
Vor diesem Hintergrund schafft das Projekt einen offenen, partizipativen und kreativen Raum für Austausch, Reflexion und gegenseitige Unterstützung. Ziel ist es, Erfahrungen sichtbar zu machen, Vernetzung und Solidarität unter und mit Kommunaldolmetscher*innen zu stärken sowie das Bewusstsein für Arbeitsrechte und faire Rahmenbedingungen zu schärfen.
Mitwirkende:
Sevil Çelik Tsonev
Yasna Ibrahimi
Olena Muravel
Azar Najafi-Marboyeh
Anna Neupokoeva
Marwa Omar
Andrea Zwantschko-Buzov
Projektverantwortliche: Şebnem Bahadır-Berzig, ITAT
Konzeption und künstlerische Leitung: Michael Wrentschur, InterACT und Institut für Erziehungs- und Bildungswissenschaft
Projektassistenz: Ines Buchegger, ITAT
Mit freundlicher Unterstützung der Stadt Graz