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Gastvortrag zum Thema "„Fragen Sie bitte den Asylwerber!“ – Ein soziologischer Blick auf das Dolmetschen im Asylverfahren"

Dienstag, 09.04.2019

von Julia Dahlvik (Wien) am Dienstag, 09.04.2019, um 18:30 Uhr in der Merangasse 70, Simultanübungsraum 0.008 EG

Abstract:

Die aktuelle Forschung weiß, dass Dolmetscher*innen keine passiven ‚Sprachrohre‘ sind, sondern aktive Akteur*innen, die mehr tun als nur sprachlich zu vermitteln. Hier knüpft der Vortrag an, indem Handlungsmuster in Dolmetschinteraktionen im Kontext des Asylverfahrens untersucht werden. Ein soziologischer Zugang ermöglicht es, soziale Praktiken und Prozesse der durch die Anwesenheit und Tätigkeit der Dolmetscher*in entstehenden und modifizierten Interaktion zu analysieren. Zentrale Ergebnisse betreffen Machtasymmetrie und -verschiebungen durch Handlungsstrategien, situationale Ungewissheit sowie das Aushandeln der Rolle der Dolmetscherin in der Situation. Das Gestaltungspotenzial einer Dolmetscher*in wird zudem durch die Analyse aktiver Interventionen erforscht und in Zusammenhang mit Professionalität und Berufsethik diskutiert. Diese Ergebnisse werden durch die bislang untererforschte Perspektive der Entscheider*innen im Asylverfahren ergänzt. Methodisch stützt sich der Beitrag auf teilnehmende Beobachtung von Einvernahmen am ehem. Bundesasylamt und Verhandlungen am ehem. Asylgerichtshof sowie qualitative Interviews mit Dolmetscher*innen und Entscheider*innen.

Kurzbio:

Dr. Julia Dahlvik hat Translationswissenschaft und Soziologie an der Universität Wien studiert und ist derzeit in Forschung und Lehre an der Fachhochschule FH Campus Wien tätig. Sie hat an unterschiedlichen Forschungseinrichtungen gearbeitet, war visiting scholar an den Universitäten Stanford und Amsterdam und hat an mehreren österreichischen Hochschulen unterrichtet. Ihre Dissertation wurde mit zwei Forschungspreisen ausgezeichnet und ist kürzlich unter dem Titel „Inside Asylum Bureaucacy“ bei Springer Open Access erschienen.

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