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Abgeschlossene Dissertationen seit 2010

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2017
Almasy, Karin

Titel: „…za Boga in véro, za cesarja in domovino!“ Translationskultur und ideologische Steuerung in slowenischen Schullesebüchern (1848–1918)

Kurzfassung: Das Dissertationsprojekt untersucht die übersetzerische Praxis in slowenischen Schullesebüchern zwischen 1848 und 1918. Dabei wird von der Annahme ausgegangen, dass durch die Quellengattung Schulbuch der Werte-, Themen- und Literaturkanon rekonstruierbar ist, der zu einem gewissen Zeitpunkt in einer gewissen Gesellschaft dominant ist. Im slowenischen Fallbeispiel ist die Bedeutung von Schulbüchern als historische Quelle auch deshalb hervorzuheben, weil sich die slowenische Sprachentwicklung hin zu einer einheitlichen Nationalsprache im Wesentlichen erst ab der Mitte des 19. Jahrhunderts vollzieht und zeitgleich die Produktion von Schulbüchern erst nach dem Revolutionsjahr 1848 einsetzt. Ein erheblicher Anteil der Texte in Schulbüchern  sind Übersetzungen, oft nur wenig oder gar nicht als solche kenntlich gemacht. Der Beitrag von Übersetzungen zur Entwicklung einer ‚einheitlichen Nationalsprache‘, die alle Funktionsanwendungen selbst abdecken kann, wurde jedoch bislang im national-emanzipatorischen Diskurs meist ausgeblendet: Es galt nationalen Besitzsand aufzubauen und nach innen und außen als symbolisches Kapital auszuweisen, um vom Deutschen dominierten gesellschaftspolitischen Umfeld ein gleichwertiger Mitspieler zu werden: Deshalb fokussierte man auf „Originalität und Reinheit“, auf „das heilige Original“, ergo auf die originäre slowenische Textproduktion, was Übersetzungen von vornherein einen sekundären Status zuwies. Dabei wären gerade die großen und raschen Fortschritte in der slowenischen Sprach- und Nationalentwicklung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ohne Übersetzung gar nicht möglich gewesen, da die Sprache der höheren Bildung, über die der gesamte höhere Wissenstransfer erfolgte, unbestritten das Deutsche (bzw. teilweise Italienische und Tschechische) war. Ziel der Dissertation ist es deshalb, für das slowenische Fallbeispiel zu erforschen, welche Rolle Übersetzungen in Schulbüchern und damit im Schulwesen spielten, den vermittelten Werte- und Themenkanon in den Übersetzungen zu eruieren und zu analysieren, inwiefern und in welchem Ausmaß Übersetzungsprozesse eine Rolle bei der ideologischen Steuerung und Erziehung der Jugend zu „guten“ SlowenInnen, KatholikInnen und kaisertreuen PatriotInnen spielten. Gefragt wird dabei nach der übersetzerischen Praxis in der staatlich kontrollierten und reglementierten Textsorte Schulbuch, der Zensur und dem Genehmigungsverfahren, den einzelnen Akteuren, ihrem Handlungsspielraum und ihrer individuellen Einflussnahme.

Beurteiler A (intern) Prunč, Erich; Em. Univ.-Prof. Dr.phil.
Beurteiler B (extern) Žigon, Tanja; Dr.in 

Nuc, Aleksandra

Titel: Slowenische Translatoren treffen auf Asklepios. Die Übersetzungen des Reichsgesetzblattes ins Slowenische am Beispiel der Gesetzestexte über die pharmazeutische Berufs- und Hochschulbildung im Zeitraum von 1848 bis 1918

Kurzfassung: Das offizielle Veröffentlichungsblatt der gesamtstaatlichen Gesetzgebung der Habsburgermonarchie im Zeitraum von 1848 bis 1918, das Reichsgesetzblatt (RGBl.), wurde aus der deutschen Originalfassung in zehn weitere Sprachen des Vielvölkerstaates, darunter auch die slowenische Sprache, übersetzt. Da die slowenische Sprache zu Beginn dieses Zeitraumes noch nicht normiert und weder als eine Verkehrs-, Amts- noch Bildungssprache etabliert war, stellte dieses Übersetzungsprojekt für die Translatoren bzw. Redakteure der slowenischen Ausgabe des RGBl., Matej Cigale, Karel Štrekelj und Fran Vidic, eine große Herausforderung dar. In der Dissertation wurde am Beispiel der Gesetzestexte zur pharmazeutischen Berufs- und Hochschulausbildung die zentrale Forschungsfrage untersucht, in welchem Maße die Übersetzungen einen Einfluss auf die Standardisierung der slowenischen Sprache hatten. Als methodische Rahmung wurde das hermeneutische Modell von Radegundis Stolze eingesetzt, das mit seinen vier rezeptions- und fünf textbezogenen Orientierungsfeldern eine „holistische“ Reflexion der Ausgangs- und Zieltexte ermöglicht. Eine zentrale Erkenntnis im Rahmen der forschungsleitenden Frage konnte im Bereich der in den slowenischen Translaten geprägten Neologismen gewonnen werden. Von den insgesamt 84 kumulativ bei allen drei Redakteuren behandelten AT-Termini wurden 34 Neologismen (40,5 %) geprägt. Davon gingen 13 (38,3 %) in den Sprachgebrauch des 19. Jahrhunderts und 19 (55,9 %) in den heutigen Wortschatz über. Auch auf der syntaktischen Ebene konnte die enorme Bedeutung dieser historischen Periode für den Ausbau der slowenischen Standard- und Fachsprache bewiesen werden. Der ersten Phase, in der eine AT-orientierte Übersetzungsmethode festzustellen ist, folgt eine zielsprachlich-orientierte Übersetzungsmethode, die die rechtliche Verbindlichkeit der Gesetzestexte nicht mindert, jedoch die Verständlichkeit der Gesetzestexte in der slowenischen Sprache wesentlich verbessert.

Beurteiler A (intern) Prunč, Erich; Em. Univ.-Prof. Dr.phil.
Beurteiler B (intern) Wolf, Michaela; Ao.Univ.-Prof. Mag. Dr.phil.

2016
Marics, Alexandra

Titel: Die Briefe Antoine-Isaac Silvestre de Sacys an Joseph von Hammer-Purgstall - translatorisch beleuchtet

Kurzfassung: Diese Dissertation versteht sich als Beitrag zur historisch orientierten Translationswissenschaft im Zusammenhang mit der französischen und der deutschsprachigen Orientalistik im ersten Drittel des 19. Jhs am Beispiel des französischen Orientalisten Antoine-Isaac Silvestre de Sacy. Seine in Bezug auf translatorische Tätigkeiten, Konzepte und Hilfsmittel gemachten Äußerungen, die in verschiedenen von ihm erstellten Paratexten, im Besonderen in seinen zwischen 1803 und 1837 an seinen österreichischen Fachkollegen Joseph von Hammer(-Purgstall) gesandten Briefen zutage treten, werden in das zuvor rekonstruierte soziokulturelle Umfeld de Sacys eingebettet. Mit Erich Prunč (u.a.) wird dieses Umfeld als Translationskultur verstanden, in der eine para-, eine dia- und eine idiokulturelle Ebene interagieren. Konkret beleuchtet werden, jeweils bezogen auf den genannten Zeitraum, die translatorische Parakultur Frankreichs, die translatorische Diakultur der französischen Orientalistik und die translatorische Idiokultur de Sacys, wobei im Zusammenhang mit letzterer vorwiegend translatorisch relevante Paratexte wie Vorworte, Kommentare und Rezensionen de Sacys, vor allem auch dessen an Hammer(-Purgstall) gesandte Briefe herangezogen werden. Aus diesen Quellen wird de Sacys Position in seiner Translationskultur in ihrem Wandel vor dem Hintergrund der sich im Untersuchungszeitraum vollziehenden Veränderungen klassischer französischer Geschmacksvorstellungen, der zunehmenden Säkularisierung und Differenzierung orientalistischer Berufsfelder und anderer Faktoren ermittelt. Ebenso erschließt sich aus ihnen die Abhängigkeit von de Sacys translationsbezogenen Konzepten von diversen textspezifischen Faktoren wie u.a. Ausgangs- und Zielsprache, Textsorte und Zielpublikum. Deutlich tritt auch die Unterschiedlichkeit in den Positionen des philologisch-theoretisch geprägten de Sacy einerseits und des von praktischem Erleben, aber auch von literarisch getragenem, gesamthaftem Erfassen des Orients geprägten Hammer(-Purgstall) andererseits zutage.

Beurteiler A (intern) Prunč, Erich; Em. Univ.-Prof. Dr.phil.
Beurteiler B (extern) Höflechner, Walter; Univ.-Prof.i.R. Dr.phil. MAS

2015
Reiter, Clara

Titel: In Habsburgs sprachlichem Hofdienst. Translation in den diplomatischen Beziehungen zwischen den habsburgischen Höfen von Madrid und Wien in der Frühen Neuzeit

Kurzfassung: In der Dissertation wird die Frage untersucht, wie sich Translation (hier begriffen als Übersetzen und Dolmetschen) in ihren verschiedenen Ausgestaltungen in den diplomatischen Beziehungen der habsburgischen Höfe im 16. und 17. Jahrhundert manifestierte und wo bzw. wie die AkteurInnen translatorischer Tätigkeiten im höfischen Kontext zu positionieren waren. Das untersuchte Korpus waren personenbezogene und institutionell-strukturelle Archivalien der habsburgischen Höfe von Wien und Madrid. Als methodische Rahmung wurde die histoire croisée eingesetzt, durch deren mehrperspektivischen Ansatz translatorische AkteurInnen und auch Translate strukturiert auf verschiedenen Untersuchungsebenen und in unterschiedlichen Analysedimensionen untersucht werden konnten. Die Analyse der kartografisch-räumlichen, politischen, wirtschaftlichen und beruflich-biografischen Positionierung translatorischer AkteurInnen verweist auf die zunehmende Differenzierung ihres Berufsprofils an den habsburgischen Höfen. In den Karriereverläufen der untersuchten Personen werden europaweite Mobilität, Loyalität und familiäre wie auch berufliche Netzwerke sichtbar gemacht. Die Analyse der schriftlichen Translate bringt Erkenntnisse darüber, welche Textsorten in diplomatischen Beziehungen und im höfischen Kontext für welche Funktionen übersetzt wurden. Eine zentrale Erkenntnis der Arbeit ist, dass Translation in machtpolitischen Überlegungen und administrativen Grundentscheidungen der habsburgischen Höfe eine wesentliche und bisher weit unterschätzte Rolle spielte. Das durch die Entwicklung der Administration bedingte hohe Translationsaufkommen führte zu einer starken Institutionalisierung von Translation am spanischen Hof, die in dieser Form am Wiener Hof nicht nachgewiesen werden konnte. Translation war in der Frühen Neuzeit ein häufig unsichtbares Element höfischer Diplomatie, dessen Bedeutung durch die strukturellen Veränderungen der jeweiligen Herrschaftsgebiete stetig zunahm.

Beurteiler A (intern) Wolf, Michaela; Ao.Univ.-Prof. Mag. Dr.phil.
Beurteiler B (intern)  Pieper, Renate; O.Univ.-Prof. Dr.phil.

2011
Bayer-Hohenwarter, Gerrit

Titel: Die Entwicklung translatorischer Kreativität

Kurzfassung: In dieser empirischen Arbeit, einem Teilprojekt der Longitudinalstudie TransComp, wird untersucht, was translatorische Kreativität ist, wie sie gemessen werden kann und wie sie sich entwickelt. Auf der Basis kreativitätspsychologischer und translationswissenschaftlicher Erkenntnisse wird translatorische Kreativität als Leistungsmerkmal definiert, das im Übersetzungsprozess und/oder produkt an Ausdrucksformen der Dimensionen Originalität, kognitiver Flexibilität, Denkflüssigkeit und Translatqualität erkennbar wird. Hierauf wird ein Bewertungsverfahren entwickelt, in dem translationsrelevante Indikatoren den definierten Bewertungsdimensionen zugeordnet werden. Ein zentraler Indikator sind die kreativen Shifts. Diese kognitiven Shifts umfassen die Typen Abstraktion, Modifikation und Konkretisierung, die im Gegensatz zu wörtlichen Reproduktionen als kreativ gelten können. Mit allen Indikatoren wird erhöhter kognitiven Aufwand gemessen, der sich in Form von Nicht-Wörtlichkeit oder kreativem Problemlösen zeigen kann. Acht Versuchstexte werden fünf Berufsübersetzern und zwölf Studierenden des Bachelor-Studiengangs transkulturelle Kommunikation der Karl-Franzens-Universität Graz zur Übersetzung vorgelegt, wobei es für die Studierenden fünf Messzeitpunkte jeweils zu Beginn ihrer ersten fünf Semester gibt. Die Versuchspersonen übersetzen laut denkend an einem PC-Arbeitsplatz mit Software zur Aufzeichnung von Tastatur- und Bildschirmaktivitäten. Im Anschluss werden Frage-bogendaten erhoben und retrospektive Interviews geführt. Aus den acht Versuchstexten werden jeweils vier Analyseeinheiten ausgewählt, wobei jeweils zwei Einheiten Kreativitätspotenzial bzw. Routinepotenzial zugeschrieben wird. Für jedes Auftreten eines Kreativitätsindikators wird ein Bonuspunkt vergeben. Aus den Bonuspunkten werden mittels Summierung und Normierung relative Kreativitätswerte ermittelt. Die Translatqualität wird anhand funktionaler Kriterien von unabhängigen Bewertern bestimmt. Die Datendokumentation ist der Projekt-Homepage (http://gams.uni-graz.at/fedora/get/collection:gams/bdef:Collection/get) zu entnehmen. Die Ergebnisse stützen die Annahmen, dass translatorische Kreativität kompetenzabhängig und somit potenziell lehr- und lernbar ist und dass ihr Entwicklungsverlauf stark individuell ist. Es zeigt sich auch, dass erfahrenere Übersetzer ökonomischer zwischen einem kognitiv wenig beanspruchenden Routinemodus und einem kognitiv aufwändigen Kreativmodus wechseln. Allerdings erzielen die Berufsübersetzer bei schwierigeren Aufgaben nur teilweise einen größeren Leistungsvorsprung gegenüber den Studierenden. Die Ergebnisse zeigen, dass die Berufsübersetzer zwar noch nicht als Experten gelten können, aber gewisse kreative Strategien verinnerlicht und sich den Markterfordernissen angepasst haben. Aus den Erkenntnissen werden zahlreiche didaktische und methodische Schlussfolgerungen abgeleitet.

Beurteiler A (intern) Göpferich, Susanne; Univ.-Prof. Mag. Dr.phil.
Beurteiler B (extern) Jakobsen, Arnt Lykke; Dr.

Veit, Zita

Titel: Von „Die Tartarn in Ungarn“ bis zu „Moderne Helden“. Ungarisch-deutsche Dramenübersetzungen in der Habsburgermonarchie und ihre Ungarnbilder  

Kurzfassung: In der Dissertation werden die Wurzeln einer noch immer aktuellen Wahrnehmung Ungarns erforscht. In der deutschsprachigen Literatur bildete sich Anfang des 19. Jahrhunderts ein romantisches Ungarnbild heraus, das unter dem Begriff Liebe, Wein und Freiheit zusammengefasst werden kann. Es wird von der These ausgegangen, dass die publizierten ungarisch-deutschen Dramenübersetzungen der Habsburgermonarchie im 19. Jahrhundert dieses romantische Ungarnbild auch in ihren Peritexten unterstützten und festigten. Dramenübersetzungen trugen zur Konstruktion eines bestimmten Bildes der gesamten ungarischen Literatur im deutschen Sprachraum der Monarchie bei. Die Analysen zu den Dramenübersetzungen basieren auf den Überlegungen des Soziologen Pierre Bourdieu sowie dem kulturwissenschaftlichen Ansatz des power turns von Edwin Gentzler und Maria Tymoczko. Die Analyse selbst stützt sich methodisch auf das Instrumentarium Gérald Genettes und wurde für den spezifischen Anlassfall, die Analyse der Peritexte, erweitert. Im Rahmen der Untersuchung wurde als erster Schritt das Korpus der publizierten ungarisch-deutschen Dramenübersetzungen im 19. Jahrhundert in der Habsburgermonarchie erarbeitet, wobei auch die ÜbersetzerInnen und ihr Umfeld erforscht wurden. Durch die Analyse der Peritexte der Dramenübersetzungen kann dargestellt werden, ob und wie an bereits bestehende Wahrnehmungs- und Repräsentationsschemata angeknüpft, das tradierte Ungarnbild angepasst oder versucht wurde, neue zu etablieren. In Cisleithanien wurde das bereits bestehende romantische Ungarnbild Liebe, Wein und Freiheit auch in den Peritexten der Dramenübersetzungen bedient und damit gefestigt, das transferierte Bild ist jedoch facettenreicher. Angesichts der geographischen, historischen und soziokulturellen Verortung des deutschsprachigen Publikums in Cis- und Transleithanien wurden die ungarische Kultur und ihre Stereotypen in den beiden Reichshälften unterschiedlich repräsentiert.    


Beurteiler A (intern) Prunc, Erich; Em.Univ.-Prof. Dr.phil.
Beurteiler B (intern) Binder, Dieter-Anton; Ao.Univ.-Prof. Dr.phil. tit.Univ.-Prof.

Vorderobermeier,
Gisella Maria

 

Titel: Kontextabhängigkeit des übersetzerischen Habitus? Zur Genese translatorischer Praktiken aus soziologischer Sicht

Kurzfassung: Die Dissertation beschäftigt sich aus übersetzungssoziologischer Sicht mit Werdegängen literarischer ÜbersetzerInnen, zu denen kaum Daten systematischer Art verfügbar sind. Als theoretisch gehaltvoller und in der Disziplin seit geraumer Zeit bewährter Ansatz bietet sich hier das Habituskonzept von Bourdieu an. Dieses wird dem „sozialen Gewordensein“ in seiner ganzen Komplexität gerecht. Bisherige Arbeiten haben es vermocht, das Konzept von einer translationswissenschaftlichen Warte aus beträchtlich zu erweitern. Allerdings geschah dies anhand von Einzelbiografien bzw. eines vorab eingeschränkten Personenkreises oder aber auf abstrakter Ebene. Eine empirisch abgestützte Ausweitung auf die fragliche Personengruppe als solche dagegen stand bislang aus, obwohl Konsens ist, dass es den übersetzerischen Habitus schlechthin nicht geben kann. Die zur inhaltlichen Konkretisierung dieser Grundannahme erforderliche Datenbasis wird mit vorliegender Arbeit geschaffen und theoretisch erschlossen. Eruiert wird, wie kontextabhängig und wandelbar der übersetzerische Habitus tatsächlich ist und woran sich eine etwaige Pluralität solcher Prägungen festmachen lässt. Die empirische Grundlage bilden zwei ineinander verschränkte Studien. Eine schriftliche Befragung literarischer ÜbersetzerInnen im deutschsprachigen Raum nähert sich der Problemstellung basierend auf einer methodisch über den Bereich der deskriptiven Statistik hinausreichenden Auswertung von über 200 Fragebögen. Die exemplarische Interpretation dreier berufsbiografischer Interviews in ihrer methodischen Orientierung an entsprechenden Schlüsseltexten Bourdieus identifiziert darauf aufbauend berufsbiografische Stationen in deren jeweiliger Bedeutung. So werden soziale Konstruktionsprozesse nachvollziehbar, welche zur „übersetzerischen Persönlichkeit“ führen. Im Ergebnis erweisen sich die Befragten gegenüber anderen beruflichen/sozialen Gruppen (wie etwa polyglotten Personen) als distinkte Gruppe mit gemeinsamen Merkmalen. So besteht eine hohe Stabilität, ja ein Beharrungsvermögen, auf der Ebene von Einstellungen zum Übersetzen. Zugleich variieren Prägungen in systematisierbarer Weise: Subgruppenunterschiede legen nahe, Perioden des Verbleibs in anderen „Feldern“ (Kontextabhängigkeit) in ihrer Auswirkung auf den übersetzerischen Habitus stärker zu berücksichtigen. Im Verlauf der Arbeit kristallisiert sich die ganze Ambivalenz des Literaturübersetzens als Berufstätigkeit heraus, die Erhalt und Verfeinerung kulturellen Kapitals erlaubt, ohne dass dies unbedingt seine Entsprechung in einem Zuwachs an Bestimmungsmöglichkeiten fände.

Beurteiler A (intern) Prunc, Erich; Em.Univ.-Prof. Dr.phil.
Beurteiler B (intern) Wolf, Michaela; Ao.Univ.-Prof. Mag. Dr.phil.

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